Naturforschende Gesellschaft Bamberg e.V.

Wildnis hautnah – 20 Tage mit dem Zelt durch den afrikanischen Busch

Vortrag „Wildnis hautnah – 20 Tage mit dem Zelt durch den afrikanischen Busch“ von Klaus Müller, Hallstadt, am 31.03.2026 im TambosiVortrag „20 Jahre Artenhilfsprogramm Geburtshelferkröte in der bayerischen Rhön“ von Dipl.-Biol. Jürgen Thein, Büro für Faunistik und Umweltbildung, Haßfurt, am 19.08.2025 im Tambosi

Baines Baobabs (Affenbrotbäume) im Nxai-Pan-Nationalpark in Botswana – Foto: Edgar Krapp

Der Vortrag schilderte eine dreiwöchige, selbst organisierte Reise durch Botswana, bei der der Referent gemeinsam mit Freunden und seiner Frau die Wildnis des südlichen Afrikas mit Geländewagen und Dachzelten erkundete. Zu Beginn gab er eine Einführung in das Land: Botswana liegt im südlichen Afrika, ist etwa eineinhalb Mal so groß wie Deutschland und wird von überwiegend flachen, trockenen Landschaften geprägt, die jedoch durch besondere Naturregionen wie das Okavango-Delta und die Makgadikgadi-Salzpfannen ergänzt werden. Besonders hob Klaus Müller das Okavango-Delta als einzigartiges Binnendelta hervor, dessen Wasser nicht ins Meer fließt, sondern im Inland versickert und dadurch eine außergewöhnlich hohe Tierdichte ermöglicht.

Die Reise begann in Johannesburg mit der Übernahme gut ausgestatteter Allradfahrzeuge. Schon die Vorbereitung erwies sich als aufwändig, insbesondere die Organisation von Übernachtungsgenehmigungen für abgelegene Nationalparks. Die Gruppe fuhr zunächst in das Central Kalahari Game Reserve, eines der größten Wildschutzgebiete der Erde, das nahezu vollständig unerschlossen ist. Dort ist völlige Selbstversorgung notwendig, und Sicherheitsvorschriften wie das Reisen mit mehreren Fahrzeugen und ausreichenden Vorräten sind zwingend. Die Kalahari zeigte sich überraschend grün, da kurz zuvor Regen gefallen war, und bot erste eindrucksvolle Tierbeobachtungen, etwa von Oryx-Antilopen, die perfekt an extreme Hitze angepasst sind.

Ein weiterer Höhepunkt waren die Tsodilo Hills, eine bedeutende Kultstätte der San (Buschleute), die für ihre bis zu 20.000 Jahre alten Felsmalereien bekannt sind. Diese Kunstwerke, oft durch natürliche Überhänge geschützt, zeigen Tiere und sogar Darstellungen von Walen und Pinguinen, was auf weite Wanderungen der frühen Menschen hinweist. Die Begegnung mit heutigen San gab Einblicke in ihre Kultur, machte aber auch die Veränderungen durch äußere Einflüsse und Sesshaftmachung deutlich.

Im Kontrast zur trockenen Kalahari stand der Besuch des Okavango-Flusssystems, wo üppige Vegetation und Wasserreichtum dominieren. Eine Bootsfahrt durch das verzweigte Wasserlabyrinth zeigte die Orientierungskunst der lokalen Guides und brachte Begegnungen mit Elefanten, Flusspferden und zahlreichen Vogelarten. Generell wurde deutlich, dass Botswana eine der größten Elefantenpopulationen Afrikas beherbergt, was sowohl faszinierend als auch ökologisch herausfordernd ist.

Ein Rundflug über das Okavango-Delta verdeutlichte die Dimension dieser Landschaft, die touristisch bewusst exklusiv gehalten wird, um Massentourismus zu vermeiden. Anschließend führte die Reise zu den Makgadikgadi-Salzpfannen, einer surrealen, weiten Landschaft, die Überreste eines urzeitlichen Sees ist. Dort besuchte die Gruppe unter anderem die berühmten Baobab-Bäume, die seit Jahrhunderten nahezu unverändert bestehen.

Im Chobe-Nationalpark erlebten die Reisenden besonders intensive Tierbeobachtungen, darunter große Elefantenherden, Büffel, Antilopen und Zebras. Die Tiere sind dort weniger scheu als in anderen Regionen, da Jagd verboten ist. Gleichzeitig wurde auf die Gefahren hingewiesen, die von Wildtieren wie Flusspferden oder Büffeln ausgehen können. Auch ökologische und politische Aspekte wurden angesprochen, etwa grenzüberschreitende Schutzgebiete und Konflikte um Landnutzung.

Die Reise führte weiter in den abgelegenen Tuli Block, wo die Tierwelt scheuer ist, da dort Jagd betrieben wird. Neben Tierbeobachtungen, darunter seltene Antilopenarten, wurden auch geführte Fuß-Safaris unternommen. Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit Hyänen aus nächster Nähe sowie ein heftiger Sturm, der die Gruppe zwang, Schutz in den Fahrzeugen zu suchen. Zum Abschluss der Reise stand die Rückkehr Richtung Südafrika, die noch einmal Herausforderungen wie Flussdurchquerungen mit sich brachte. Schließlich endete die Tour in einer Lodge am Limpopo-Fluss, wo die Gruppe die Erlebnisse Revue passieren ließ.

Insgesamt vermittelte der Vortrag ein eindrucksvolles Bild von Botswana als Land extremer Gegensätze: von trockenen Wüsten bis zu wasserreichen Oasen, von völliger Abgeschiedenheit bis zu intensiven Tierbegegnungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine solche Reise sorgfältige Planung, Respekt vor der Natur und ein gewisses Maß an Abenteuerlust erfordert.

Oryxantilope im Central Kalahari Game Reserve, Deception Valley – Foto: Andrea Müller