Wurde die Lebensform des Fransenenzians lange irrtümlich als einjährig beschrieben, so ist inzwischen unstrittig, dass er sich aus Wurzel- und Erneuerungsknospen regeneriert und somit mehrjährig ist. Andere Aspekte seiner Fortpflanzungsbiologie sind hingegen weiterhin rätselhaft. Als einziger Vertreter der Gattung Gentianopsis ist die Art bei uns im Grunde genommen als Glazialrelikt aufzufassen. Das heutige Verbreitungsareal ist nur durch vergangene kaltzeitliche Umweltbedingungen erklärbar.
Es ist daher von besonderem Interesse zu beobachten, wie sich die Bestände unter den Bedingungen geänderter Landnutzung und insbesondere in Folge der vergangenen Dürrejahre entwickelten.

